Deutschland ist Spitzenreiter im Plastikverbrauch, Tendenz weiter steigend. Weltweit werden jährlich über 600 Milliarden Plastiktüten verbraucht, davon allein in Deutschland etwa sechs Milliarden. Nicht nur Tüten, auch PET-Flaschen, Plastikverpackungen und andere Einweg-Plastikprodukte lassen den Plastikmüll an Land und in den Meeren anwachsen.

Die Herstellung und Entsorgung des Kunststoffes belastet Luft und Klima. Grundstoff ist meist Mineralöl. In der Umwelt verbleibt Kunststoff Hunderte von Jahren. Das ist vor allem in Seen, Flüssen und Meeren ein Problem: Dort schwimmen bereits heute unfassbare Mengen an kleinsten Plastikpartikeln. An den Plastikteilchen lagern sich hochgiftige Schadstoffe wie etwa Pestizide und andere Umweltgift an.

Plastik gefährdet unsere Ökosysteme: Je kleiner das Mikroplastik, desto wahrscheinlicher verwechseln Muscheln, Würmer oder Fische die Partikel mit Nahrung oder nehmen sie passiv durch Filtration auf. 

Über die Nahrungskette sowie die kaum kontrollierbare Ausbreitung in der Umwelt landet Mikroplastik inzwischen auch auf unseren Tellern. Vielen Kunststoffen werden sogenannte Additive zugesetzt, die ihnen bestimmte Eigenschaften verleihen sollen. Das Problem: Viele davon, wie beispielsweise BPA, sind potenziell gesundheitsschädlich oder aber noch gar nicht ausreichend erforscht.

Es ist höchste Zeit, den Plastikwahn zu beenden! Jeder kann einen Beitrag dazu leisten.

  • Tragfähig: Egal ob aus Baumwolle, Jute oder Kunstfaser – Hauptsache wiederverwendet! Zum umweltbewussten Einkaufen gehört die Mehrweg-Tragetasche, ein Rucksack oder Korb. Mit einem klein gefalteten Beutel sind wir auch für Spontaneinkäufe gerüstet.
  • Lieber ohne: Seien Sie kritisch gegenüber Einwegverpackungen und unnötig oder mehrfach in Plastik verpackten Produkten. Auf dem Markt, in Hofläden, beim Bauern, in Fachgeschäften, im Bio-Supermarkt oder „Unverpackt“-Läden lässt sich leichter plastikreduziert einkaufen.
  • Mehrweg statt Einweg: Doch Achtung – nur Pfandflaschen mit 8 bzw. 15 Cent Pfand sind echte Mehrweg-flaschen. Alle anderen Flaschen, für die das Einwegpfand von 25 Cent Pfand erhoben wird, werden nach einmaligem Gebrauch geschreddert, verbrannt oder landen im Müll – alles andere als ökologisch!
  • Je länger, je lieber: Vermeiden Sie kurzlebige Kunststoffartikel, Einmal- oder Wegwerfprodukte. Alternativen aus Holz, Glas oder Metall können zwar teurer sein, halten gewöhnlich aber auch länger als Kunststoff. Vorhandene Plastikprodukte sollten wir so lange wie möglich verwenden.
  • Kleine Schritte: Eigener Thermobecher für den Coffee to go, ein Seifenstück statt Flüssigseife im Plastikspender, Tiefkühlen im Glas statt im Gefrierbeutel - jeder einzelne Schritt zu weniger Plastik zählt. Werden Sie kreativ!
  • Plastikfrei einkaufen: Die besten Onlineshops im Vergleich finden Sie unter
    https://utopia.de/ratgeber/plastikfrei-einkaufen-die-besten-onlineshops-im-vergleich/

Mehr Tipps für ein plastikreduziertes Leben:

Mikroplastik: wo es sich versteckt und wie du es meiden kannst

Plastikfrei leben Blog

Büchertipps:

  • Besser leben ohne Plastik, von Anneliese Bunk und Nadine Schubert, Oekom-Verlag, 12,95 €
  • Noch besser leben ohne Plastik, Nadine Schubert, Oekom-Verlag, 13 €
  • Plastikfreie Zone: Wie meine Familie es schafft, fast ohne Kunststoff zu leben, Sandra Krautwaschl, Heyne, 8,99 €