Photovoltaik wird als ein wichtiger Bestandteil unserer zukünftigen Stromerzeugung gesehen. Mit ihr wird die Energie der Sonne zur Stromerzeugung genutzt, die jeden Tag kostenlos auf die Erde strahlt. 

Es gibt aber Bürger, die Vorbehalte gegenüber der Photovoltaik - kurz "PV" - haben. Die häufigsten Kritikpunkte sollen in diesem Artikel aufgegriffen und betrachtet werden.

Energiebedarf bei der Herstellung

Häufig wird angeführt, dass zur Herstellung der PV-Module auch viel Energie aufgewendet werden muss. Wenn diese höher ist, als die Energie, die das Modul während seiner Lebenszeit liefert, dann wäre die Nutzung der PV natürlich widersinnig. Dies ist aber glücklicherweise bei weitem nicht der Fall. Bei der mittleren Sonneneinstrahlung in Deutschland hat ein PV-Modul die Energie, die zu seiner Produktion notwendig war, nach maximal 2 Jahren selbst erzeugt. Bei einer Laufzeit von 20 bis 30 Jahren erzeugt ein PV-Modul also mehr als 10 mal soviel Energie, wie zu seiner Herstellung nötig war (aktuelle Studie von Fraunhofer).

Ressourcenbedarf

Es gibt verschiedene Arten von PV-Modulen. Bei allen ist der Hauptbestandteil Silizium, das auf der Erde in ausreichender Menge vorhanden ist (die Erdhülle besteht zu 26% aus Silizium). Weitere Bestandteile sind je nach Art der Module Aluminium und Silber. Ein einigen Modularten kommen auch die sogenannte "Seltene Erden" vor. PV-Technik ist durchaus mit gängigen Rohstoffen herzustellen. (aktuelle Studie von Fraunhofer).

Elektrosmog / Strahlung

Wie jede elektrische Anlage erzeugt auch eine PV-Anlage elektromagnetische Strahlung. Da von den PV-Modulen nur Gleichstrom erzeugt wird, ist diese sehr gering. Bereits im Abstand von 15 Zentimetern ist diese Strahlung nicht mehr messbar.

Die Wechselrichter machen aus dem Gleichstrom der PV-Anlage Wechselstrom. Hier sind höhere elektromagnetische Strahlungswerte messbar. Diese lassen sich verringern, wenn Wechselrichter mit Trafo verwendet werden. Bereits in einem Abstand von einem Meter ist der magnetische Wechselfeldanteil unter internationale Vorsorgewerte (unter 200 Nanotesla) gesunken. Elektromagnetische Immissionen, die bei Dauerexposition eventuell zu erhöhten gesundheitlichen Risiken führen können, wären also nur zu erwarten, wenn sich unmittelbar hinter bzw. unter den Modulen Betten oder andere Daueraufenthaltsbereiche befinden.

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Sicherheit und Brandgefahr

Wie jede elektrische Anlage kann auch eine PV-Anlage einen Brand verursachen. Bei aktuell 1,4 Mio Anlagen in Deutschland sind in den letzten 20 Jahren aber lediglich 120 Brände durch die PV-Anlage verursacht worden. Die Sicherheit der Anlagen wird durch eine fachgerechte Installation signifikant erhöht, da z.B. durch sichere Steckerverbindungen die Gefahr von Lichtbögen o.ä. nahezu ausgeschlossen werden kann.

Sollte es bei einem Haus mit PV-Anlage, meist aus anderen Gründen, zu einem Brand kommen, dann wird die Feuerwehr trotzdem zum Löschen kommen. In Deutschland ist bisher noch kein Feuerwehrmann durch eine PV-Anlage zu Schaden gekommen. Außerdem wurde bisher auch noch kein Löscheinsatz wegen einer vorhandenen PV-Anlage verweigert.

Ein wirklicher Nachteil ist, dass durch eine PV-Anlage das Dach sozusagen eine zweite Haut erhält. Hierdurch läuft wesentlich mehr Wasser ab und kann nicht bis zum Feuer vordringen. Jedoch ist ein Haus, bei dem bereits der Dachstuhl brennt, aus Feuerwehrsicht meist eh nicht mehr zu retten. (aktuelle Studie von Fraunhofer).

Optik

Über Aussehen lässt sich bekanntlich streiten! Manche finden es schön, manche nicht. Hier kann nur ein Aufruf zu mehr Toleranz stehen und die Hoffnung, dass selbst Bürger, die PV-Anlagen nicht auf dem eigenen Dach haben wollen, diese nicht aus Gründen der Optik bei Nachbarn bekämpfen. 

Bei der Konzeption einer PV-Anlage sollte selbstverständlich auf eine harmonische Anordnung der Module geachtet werden. Grundsätzlich ist zu bedenken, dass der Bau einer Solaranlage keine unwiederbringliche Zerstörung von Bausubstanz oder Landschaftsbild bedeutet. Sollte man in Zukunft bessere Möglichkeiten finden, um unseren Energiebedarf zu stillen, können diese Anlagen zurückgebaut werden,ohne nennenswerte Spuren zu hinterlassen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind sie jedoch alternativlos, will man nicht weiter auf fossile Energieträger oder Atomkraft setzen mit all den damit verbundenen Risiken und Konsequenzen.

Recycling

Solarmodule altern über die Zeit. Sie verlieren ihre Leistungsfähigkeit in der Regel sehr langsam. Man geht von einer Laufzeit von 25 bis 30 Jahren aus. Irgendwann müssen die Module jedoch entsorgt werden. Gesetzlich ist geregelt, dass 80 % der Module am Ende ihrer Lebenszeit recycelt werden müssen. Der weit überwiegende Teil eines solchen Moduls besteht aus Aluminium und Glas, die sich beide recht gut von den anderen Baustoffen trennen und recyceln lassen. Die restlichen Bestandteile (10 - 20 %) können auch recycelt werden. Ob dies erfolgt, ist meist noch eine wirtschaftliche Frage nach Kosten und Nutzen (mehr Infos)

Fazit

Die Sonne kommt zwar umsonst vom Himmel, Strom wird daraus aber nur, wenn man einen gewissen technischen Aufwand reinsteckt. Wie jede Technologie hat auch die Photovoltaik Licht- und Schattenseiten. Bei den Schattenseiten ist in erster Linie der Ressourcenbedarf für bestimmte Arten von Modulen zu sehen. Die Regelungen zum Recycling müssen sich erst noch bewähren, wenn größere Mengen Module ihr Lebensende erreicht haben werden. Die eindeutig positive CO2-Bilanz über die Lebensdauer, die durch die EEG-Förderung erreichte Marktfähigkeit und hohe Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen sowie weitere Vorteile einer dezentralen Stromproduktion sprechen dafür, dass Photovoltaik ein wichtiger Bestandteil unserer Stromversorgung sein wird und einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz leisten wird. 

Mehr zum Thema erfahren Sie bei

Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS)

Das solare Potenzial Ihres Daches können Sie mit wenigen Klicks prüfen (wenn Sie eim Landkreis Ebersberg wohnen):

Solarpotenzialkataster Landkreis Ebersberg

Die Faktensammlung der Fraunhofer-Studie beschäftigt sich u.a. mit folgenden weiteren Themenfeldern:

 

  • Erreichen wir unser jährliches Zubauziel?
  • Liefert PV relevante Beiträge zur Stromversorgung?
  • Ist PV-Strom zu teuer?
  • Subventionen und Strompreise
  • Exportieren wir massiv PV-Strom ins europäische Ausland?
  • Kann eine neue PV-Anlage gute Renditen bringen?
  • Erzeugt die PV-Branche nur Arbeitsplätze in Asien?
  • Zeigen die großen Kraftwerksbetreiber Interesse an PV?
  • Welche Fördermittel gehen in die PV-Forschung?
  • Überlastet PV-Strom unser heutiges Energiesystem?
  • Verbrauchen PV-Kraftwerke exzessiv Flächen?
  • Sind PV-Anlagen in Deutschland effizient?
  • Liefert PV relevante Beiträge zum Klimaschutz?
  • Ersetzen PV-Anlagen fossile und nukleare Kraftwerke?
  • Können wir einen wesentlichen Teil unseres Energiebedarfs durch PV-Strom decken?
  • Brauchen wir eine PV-Produktion in Deutschland?
  • Enthalten PV-Module giftige Substanzen?
  • Sind Rohstoffe zur PV-Produktion ausreichend verfügbar?